Verlorene Mühe (B53)

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Verlorene Mühe (B53)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1425
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104, 243va-244vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Verlorene Mühe; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 95f.

Inhalt

A Einleitung (1–12):

Der Sprecher betont, dass sich die Erkenntnis seiner „verlorenen Arbeit“ kaum aussprechen lässt – jede Mühe sei vergeblich in einer Welt, die von unheilbarer Torheit beherrscht wird.

B Beispielreihe (12–140):

Der Sprecher veranschaulicht seine These mit einer Kette von Beispielen vergeblicher Mühe, meist aus der Tierwelt: Angeborene Triebe lassen sich nicht austreiben, Belehrung prallt an vielen ab. Gezähmte Hasen fliehen dennoch, Weihen taugen nicht zur Jagd, ein Rappe wird nie ein Schimmel, ein Falke bleibt freiheitsliebend, ein Wolf unzähmbar. Wünsche ohne Taten bleiben wirkungslos, Lügnern glaubt man nicht, Übeltäter ruinieren ihre Umgebung, ungeübte Tugend hält im Alter nicht. Kosmetik kaschiert kein Alter, und wer einem Untreuen dient, endet wie das Vögelchen, das den Kuckuck großzieht – es verliert alles.

C Minneklage (141–184):

Der Sprecher bricht die Beispielreihe ab und wendet sich seinem eigenen vergeblichen Dienst zu: Trotz treuer Hingabe gewinnt er nichts, kann der Dame weder grollen noch sie vergessen. Schon ihr abweisender Gruß gilt ihm als Lohn. Doch ihre Ablehnung macht all seine Minnearbeit zunichte. Fazit: Wer dort dient, wo man ihn nicht will, lädt Schmach auf sich.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 96)