Wer kann allen recht tun? (B52)
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Wer kann alles Recht tun? (B52) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Um 1300 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Gruppe 1:
Gruppe 2:
Gruppe 3:
Eigenständige Fassung:
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| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Achnitz, Wolfgang: Wer kann allen recht tun?; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, 93-95 |
Inhalt
A Einleitung (1–10):
Der Sprecher beklagt, dass die Dame ihn wegen seiner Unbeständigkeit zurückweist. Er wünschte, vollkommen zu sein – doch solche Vollkommenheit sei in der Welt kaum zu finden.
B Hauptteil (11–135):
Der Text reiht eine Vielzahl gegensätzlicher Männereigenschaften aneinander – und zeigt, dass die Gesellschaft beide Extreme gleichermaßen tadelt. Weisheit wie Dummheit, Frömmigkeit wie Nachlässigkeit, Kriegsdienst wie Häuslichkeit, Völlerei wie Mäßigung, Freigebigkeit wie Sparsamkeit: Alles wird kritisiert. Ebenso verspottet man Reiche wie Arme, Schüchterne wie Freche, Dünne wie Dicke, Kahlköpfige wie Langhaarige, Kleine wie Große, gerade wie krumme Rücken, jede Haar‑ und Hautfarbe, jede Art von Temperament. Auch Kleidung, Schuhe, Ausrüstung oder der Ehestand bieten Anlass zu Spott. Kurz: Was ein Mann auch tut, heimlich wird über ihn geredet.
C Schluss (136–156):
Der Sprecher bittet Frau Minne um Hilfe, damit die Geliebte seine Liebe erwidere und ihn trotz seiner Mängel nicht verwerfe. Niemand sei fehlerlos, nur sie – abgesehen von ihrer Härte ihm gegenüber. Körper und Wesen der Dame seien vorbildlich, weshalb er ihr treu dienen wolle. Er schließt mit einem Segenswunsch.
(Ausführliche Inhaltsbeschreibung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 94f.)