Wunderseltzam wetter 1497 (Enoch Widman)

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Wunderseltzam wetter 1497

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Text

[1] Anno 1497 hat man die 12 nächte der weihnachtfeiertag biß uff der Heiligen Drei Königstag [6. Januar] grosse verenderung und wunderliche ver- wandtlung des wetters gespurt, da es bald sehr geschneiet, widerumb hefftig geregnet, daß die wasser gros angelauffen, abermal grosse sturmwindt gehabt, die da viel gebeude hernider geworffen. [S. 236] In dem folgenden februario hat es sehr gedonnert und geplitzt, das grosse lange funcken aus der lufft uff die erden gefahren wie aus einer feuereß, also das man sich anzundtens und feuersgefahr nicht wenig darüber besorgete. Dieses seltzamen gewitters wusten die geistlichen dazumal kein andere ursach, dann das marggraf Friderich von Brandenburg und Heinrich, bischoff zu Bamberg, das vorgehende 1496. jhar am fest Thomae apostoli die allgemeine Steuer, geistlichen und weltlichen zu erlegen, schrifftlich bevollen hatten.

Solche allgemeine steur zum turckenkrieg deputirt,[2] wurde durch hochgedachten fürsten und herren Friderich marggrafen zu Brandenburg und Heinrichen, bischoff zu Bamberg, von geistlichen und weltlichen personen nach den osterfeiertagen mit ernst gefordert und eingebracht, da arme leut mit gelt nicht gefasset waren, musten sie pfandt geben.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 235f. Marginalie: "Wunderseltzam wetter".
  2. Marginalie: "Die obgedachte Steuer wird eingebracht".