Anrufung der Minne (B61)
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Anrufung der Minne (B61) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1480 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 714, 74r-75v |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 98-99 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Anrufung der Minne; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 108 |
Inhalt
Liebesklage (1–48):
Der Sprecher beschreibt zunächst die Macht der Liebe: Sehnsucht, Ungeduld und das heimliche Verbergen des eigenen Leids. Dann gesteht er, selbst betroffen zu sein. In direkter Anrede klagt er der Geliebten seine Pein, preist sie und erinnert sich an Kuss und Treueversprechen. Ihr Anblick, einst Quelle der Freude, sei ihm nun entzogen; nur im „Herzensspiegel“ könne er sie noch sehen, doch er sehne sich nach wirklicher Nähe. Wie ein Dieb wolle er ihr einen Blick des Trostes „stehlen“. Seine Liebe lässt sich nicht mehr verbergen – sie steht ihm sichtbar ins Gesicht geschrieben.
B Anrufung der Minne (49–58):
Der Sprecher bittet die süsse mynn (57) um Unterstützung. Da sie ihn gelehrt habe, nur immer an die Geliebte zu denken, solle sie jetzt auch dafür sorgen, dass die Geliebte ihn nicht vergesse, sie sich beide kein Leid zufügten und Treue mit Treue vergelten, und dass ihn lieb mit lieb (58) froh mache.