Minneklage (B67): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
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Der Sprecher beklagt seine
Der Sprecher verzweifelt daran, dass die Geliebte ihn nicht beachtet, obwohl er sie unablässig im Herzen trägt. Ab Vers 17 spricht er sie direkt an und überhäuft sie mit mariologischen Bildern. Aus dem Lob ihrer Vollkommenheit wird eine Klage voller Sehnsucht, in der er immer wieder um Trost und Gnade bittet und auf seinen treuen Dienst verweist. Er betont seine Beständigkeit, Verschwiegenheit und ausschließliche Liebe; ein gemeinsames Leben mit ihr wäre ihm höher als jedes Gold. In der Bitte um Rettung vor dem Liebestod nennt er ihren Namen Alkelin. Danach folgen mehrere Schlussansätze: ein Gruß, die Mahnung, ihn zum gemeinsamen Glück zu erhören, die Versicherung ihres guten Einflusses auf ihn und eine erneute dringliche Bitte um Erhörung. Am Ende spricht er einen Segen für beide und schließt mit "Amen".
Verzweiflung, da ihn seine Geliebte nicht beachte, während er sie Tag und Nacht
in seinem Herzen trage. Der Sprecher spricht ab V. 17 die Dame wiederholt direkt  
an und benutzt hierzu mehrfach mariologische Metaphern (›Paradiesengel‹, ›Lilienstengel‹, ›Morgenstern‹, ›Herzensparadies‹, ›Mandelbaumblüte‹). Sein Preis
ihrer Vollkommenheit geht in eine Klage über, in der er seine Sehnsucht zum Ausdruck bringt und mehrfach Begnadung einfordert (38: ''Troste mich, rotes muondelin'';
62 gleichlautend; 46: ''Troste mich, reyne iuncfrowe guot''), auch mit explizitem Verweis
auf den Dienst-Lohn-Mechanismus (47–50). Er bekräftigt seine Beständigkeit, seine
Verschwiegenheit (nur vor ihr traut er sich zu klagen) und die Exklusivität seiner Liebe. Die lebenslange Gemeinschaft mit ihr (68: ''daz ich in eren muste mit dir alde'') sei
ihm höchstes Glück, das er allem griechischen Gold (65: ''vor aller Crichen golt'') vorziehe. Im Rahmen der folgenden Passage (69–82), in der er eindringlich um Rettung  
vor dem Tod aus Liebesleid und Erhörung im Mai bittet, nennt er ihren Namen: ''ich meine dich, libis Alkelin'' (72). Es folgen mehrere Ansätze typischer Schlussformeln
(reflektiert in 93: ''Dennoch sprech ich abir mer''): Zunächst ein Gruß, in dem sich der
Sprecher der Dame empfiehlt (83–87); eine Mahnung, ihn zur Erlangung gemeinsamen Freudenlebens zu erhören (88–92); eine Versicherung, dass er von ihr nur Gutes
zu erwarten habe (93–100); eine dringliche Aufforderung an die Dame, ihren Willen
zur Erhörung zu bekunden (101–107). Der Sprecher schließt mit einem Segen für sie
beide und mit ''Amen''.


([[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 116f.)
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 116f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle KLagerede]]
[[Kategorie:Quelle Klagerede]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 20:59 Uhr

Minneklage (B67)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Vor 2. Viertel 14. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Kassel, Landesbibliothek: 2° Ms. iurid. 25, 263v-264r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Minneklage (aus Thüringen); Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 116f.

Inhalt

Der Sprecher verzweifelt daran, dass die Geliebte ihn nicht beachtet, obwohl er sie unablässig im Herzen trägt. Ab Vers 17 spricht er sie direkt an und überhäuft sie mit mariologischen Bildern. Aus dem Lob ihrer Vollkommenheit wird eine Klage voller Sehnsucht, in der er immer wieder um Trost und Gnade bittet und auf seinen treuen Dienst verweist. Er betont seine Beständigkeit, Verschwiegenheit und ausschließliche Liebe; ein gemeinsames Leben mit ihr wäre ihm höher als jedes Gold. In der Bitte um Rettung vor dem Liebestod nennt er ihren Namen – Alkelin. Danach folgen mehrere Schlussansätze: ein Gruß, die Mahnung, ihn zum gemeinsamen Glück zu erhören, die Versicherung ihres guten Einflusses auf ihn und eine erneute dringliche Bitte um Erhörung. Am Ende spricht er einen Segen für beide und schließt mit "Amen".

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 116f.)