Grobianische Werbungslehre (Jorgen N) (Z78): Unterschied zwischen den Versionen
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==Transkription<ref>Transkriptionsrichtlinien: Abkürzungen werden in () aufgelöst; Nachträge werden gekennzeichnet (\von unten/, /von oben\, |von der Seite|); hochgestellte Vokale werden in den Fließtext übernommen; Moderne Unterscheidung von i, j; Vereinheitlichung unterschiedlicher s-Formen zu s, Beibehaltung von ß; grundsätzliche Kleinschreibung, Großschreibung nur bei Versmarkierung beibehalten (und ggf. vereinheitlicht); ggf. Einfügen von Zeilenumbrüchen bei Versgrenzen; ӱ → y; ë → e.</ref>== | |||
Gesell die lieb sol man(n) alzo erwe(r)bnn<br /> | |||
Man sol <del>die</del> sy hind(e)nn anseh(e)nn wie sy hab ein ke(r)bnn<br /> | |||
Auff welche du tregst mut syn vnnd dein hercz<br /> | |||
Wo zw ir kumbst ein wenig mit worrtz(en) schercz<br /> | |||
Es ist recht das eine(r) ir thue zucht vnd ere peweisen(n)<br /> | |||
So mag sy vor liebe den ars vor eine(m) zereyss(e)nn<br /> | |||
Begegnet sy dir leich ein wenig hinden<br /> | |||
Lug eben(n) auff war mit sy kundt vmb gann<br /> | |||
Thuet sy sich ein wenig herumb lenck(e)nn<br /> | |||
Vnnd mit eine(m) aug auff dich wenck(e)nn<br /> | |||
Acht tag vnnd nacht auff dich fynd(e)nn<br /> | |||
Ach solt der mich hein nacht ein mal od(er) iii wol min(n)en<br /> | |||
Auff den andr(e)n tag so sy dir pegegnet vnd ane plick<br /> | |||
Gesell gedenck dich flux vnnd nit erschrick<br /> | |||
Seit gegrust fraw zarte ob all(e)nn weyb(e)nn<br /> | |||
Vnd wirtt sy dir die hant raich(e)nn als sy thund pfleg(e)nn<br /> | |||
Get dir dann der <nowiki>[Zeichnung eines erigierten Penis]</nowiki> piß geschickt vnd solt irn in die hant /geb(e)n\<br /> | |||
Sprich fraw gefelt er euch ich muß minne(n) od(er) ich wirff euch ein \stein an kopff/<br /> | |||
Das ir vmb laufft recht als ein topff | |||
<nowiki>[46r]</nowiki> Wann er ist von adel hochgepor(e)n<br /> | |||
Er kraet euch wol dz es kiczelt hinder den oren(n)<br /> | |||
Darumb frauw mocht es nit lang pesinndt euch recht<br /> | |||
Er ist mein her vnnd lidr nit der knecht<br /> | |||
So wirt dir die mait dz hauß von wort(e)n formirenn<br /> | |||
Vnnd dich heyss(e)nn kume(N) und ir hofir(e)nn<br /> | |||
Vnd nach dem hofir(e)nn ein gelann<br /> | |||
Darnach thue als ein rechte(r) mann sol pestann<br /> | |||
Solch ist von Jorge(n) N mit de(m) zerß geschri(e)nn word(e)nn<br /> | |||
Das offt erdennck(e)nn ist in menschen(n) huren(n) ord(e)nn | |||
==Anmerkungen== | |||
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Aktuelle Version vom 30. Dezember 2025, 21:31 Uhr
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Grobianische Werbungslehre (Z78) | |
|---|---|
| AutorIn | Jorgen N |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1500 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 495, 46r-46v |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 502f. |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1097 |
Transkription[1]
Gesell die lieb sol man(n) alzo erwe(r)bnn
Man sol die sy hind(e)nn anseh(e)nn wie sy hab ein ke(r)bnn
Auff welche du tregst mut syn vnnd dein hercz
Wo zw ir kumbst ein wenig mit worrtz(en) schercz
Es ist recht das eine(r) ir thue zucht vnd ere peweisen(n)
So mag sy vor liebe den ars vor eine(m) zereyss(e)nn
Begegnet sy dir leich ein wenig hinden
Lug eben(n) auff war mit sy kundt vmb gann
Thuet sy sich ein wenig herumb lenck(e)nn
Vnnd mit eine(m) aug auff dich wenck(e)nn
Acht tag vnnd nacht auff dich fynd(e)nn
Ach solt der mich hein nacht ein mal od(er) iii wol min(n)en
Auff den andr(e)n tag so sy dir pegegnet vnd ane plick
Gesell gedenck dich flux vnnd nit erschrick
Seit gegrust fraw zarte ob all(e)nn weyb(e)nn
Vnd wirtt sy dir die hant raich(e)nn als sy thund pfleg(e)nn
Get dir dann der [Zeichnung eines erigierten Penis] piß geschickt vnd solt irn in die hant /geb(e)n\
Sprich fraw gefelt er euch ich muß minne(n) od(er) ich wirff euch ein \stein an kopff/
Das ir vmb laufft recht als ein topff
[46r] Wann er ist von adel hochgepor(e)n
Er kraet euch wol dz es kiczelt hinder den oren(n)
Darumb frauw mocht es nit lang pesinndt euch recht
Er ist mein her vnnd lidr nit der knecht
So wirt dir die mait dz hauß von wort(e)n formirenn
Vnnd dich heyss(e)nn kume(N) und ir hofir(e)nn
Vnd nach dem hofir(e)nn ein gelann
Darnach thue als ein rechte(r) mann sol pestann
Solch ist von Jorge(n) N mit de(m) zerß geschri(e)nn word(e)nn
Das offt erdennck(e)nn ist in menschen(n) huren(n) ord(e)nn
Anmerkungen
- ↑ Transkriptionsrichtlinien: Abkürzungen werden in () aufgelöst; Nachträge werden gekennzeichnet (\von unten/, /von oben\, |von der Seite|); hochgestellte Vokale werden in den Fließtext übernommen; Moderne Unterscheidung von i, j; Vereinheitlichung unterschiedlicher s-Formen zu s, Beibehaltung von ß; grundsätzliche Kleinschreibung, Großschreibung nur bei Versmarkierung beibehalten (und ggf. vereinheitlicht); ggf. Einfügen von Zeilenumbrüchen bei Versgrenzen; ӱ → y; ë → e.