Des Liebhabers Verabschiedung (B237)

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Des Liebhabers Verabschiedung (B237)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1464
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 270, 158r-159v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Des Liebhabers Verabschiedung; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 348

Inhalt

A Einleitung

Die Erinnerung an den Beginn der Liebesbeziehung erfüllt den Sprecher mit Freude. Seine Dame könne reichlich Liebeslohn geben, und er habe geschworen, niemand könne ihm je so lieb sein wie sie. Doch habe er erfahren, dass große Liebe beim Abschied umso größeres Leid verursacht.

B Erzählung vom Sinneswandel der Dame

Eines Tages besucht er die Geliebte zur Kurzweil und erwartet ihre frühere Zuneigung. Stattdessen ist alles verändert: Sie entzieht sich ihm, als sei die Zahme plötzlich wild geworden. Er folgt ihr beharrlich, doch ohne Erfolg; sein Scherzen bleibt wirkungslos, sie sieht ihn nur kühl über die Schulter an. Ratlos fragt er sich, womit er dies verdient habe, und verliert jede Heiterkeit. Trotz schwindender Hoffnung sucht er sie allein auf.

C Schluss

Der Sprecher fragt, warum sie sich so verhalte, da er sich keiner Schuld bewusst sei. Er halte ihr Verhalten für einen schlechten Scherz und bitte um Erklärung. Die Dame fordert ihn auf, sich von ihr abzuwenden; sie halte es für richtig, sich zu trennen. Er solle sie sich verhasst machen, die Zeit habe es so gefügt; er trage keine Schuld, doch der Abschied schmerze sie doppelt. Dennoch sei die Trennung notwendig, und er solle sein Herz anderswohin wenden.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 348)