Die Grasmetze (Hermann von Sachsenheim)

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Die Grasmetze; Die Grasmetze (B246)

AutorIn Hermann von Sachsenheim
Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek: Cod. poet. et philol. 4° 69, 215r-220r
Prag, Nationalmuseum: Ms. X. A. 12, 215r-219v [1]
Heidelberg, UB: Cpg 313, 454r-460r [2]
Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Oct. 145, 160v-173v
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Mgq 1899, 145r-151r
Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz: Mgq 719, 196r-200v
Heidelberg, UB: Cpg 355, 138v-145v [3]
Lana: Cod. XXIII D 33, 65r-69r [verschollen]
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Coxon, Sebastian: Laughter and Narrative in the Later Middle Ages, S. 79 Anm. 10, 154 Anm. 92; Malm, Mike: Hermann von Sachsenheim; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 367-369; Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter, S. 36 A. 18, 53, 55 A. 16, 72 A. 38, 73 A. 42, 84, 500f.

Inhalt

A Prolog

Der Sprecher bezeichnet sich trotz seines Alters als Narr und deutet seine Vorlieben in rätselhafter Würfelspiel‑Metaphorik an. Er fordert zum Zuhören auf, da er von seiner Narrheit berichten will.

B Werbungsszene

Ein Jahr lang hat er die Geliebte nie allein angetroffen; nun begegnet er ihr an einem Maimorgen in einem Garten, wo sie als Magd Kälber versorgt und Gras mäht. Auf seinen höfischen Gruß und sein Dienstangebot reagiert sie spöttisch, gibt vor, ihn nicht zu kennen, und wundert sich über seine Worte. Er nennt ihre Schönheit als Grund seiner Liebe und verweist auf eine frühere Begegnung beim Tanz. Sie erkennt ihn wieder, aber nur als hässlichen Fastnachtsnarren, und fragt erneut nach seiner Motivation. Als er mit dem Tod droht, erklärt sie, sie ziehe jeden Bauern ihm vor. Er verstummt kurz, fasst sich dann und appelliert an ihre Tugend. Sie verspottet sein Schulwissen und weist seine Liebesbeteuerungen als unglaubwürdig zurück, indem sie seine bildliche Rede absichtlich wörtlich nimmt. Seine Bitte um Gnade beantwortet sie mit dem Hinweis auf Sankt Peter; seine Andeutung körperlicher Potenz deutet sie als brüchiges Schwert. Als sie ihn auffordert, ihr als Reittier zu dienen, will er — mit Verweis auf Aristoteles — nachkommen. Weitere missverstandene Schwüre führen zu ihrer erneuten Ablehnung: Sie ziehe beim Tanz einen potenten Kleriker vor. Der Sprecher greift ihr schließlich an Brust und Scham; es kommt zu einer Rauferei, die er abbrechen muss, da sie sich heftig wehrt. Sie verspottet ihn als Maulhelden und Schwächling, während er schweigend davongeht.

C Schluss

Der Sprecher reflektiert resigniert, dass er sich nichts mehr erhoffen könne. Sein Versagen schreibt er dem Alkohol zu. Er nennt sich ein „altes Kamel“ und einen „alten Minner“, dessen unermüdlicher Frauendienst im Widerspruch zu seiner mangelnden Potenz stehe. Er schließt mit „Amen“.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 368f.)