Die untreue Hirschkuh (Z57): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
=== A Frauenpreis (1–8) ===
Der Text eröffnet mit einem klassischen Frauenpreis: Keine reine und tugendhafte Frau könne jemals ausreichend gelobt werden. Ihre Treue und ihre Kraft vermögen Leid und Sorgen zu bannen, und durch ihre höfische Beständigkeit könne sie mehr „besiegen“ als viele Männer mit Waffen.


=== B Tiergeschichte (9–92) ===
Ein Hirsch und eine Hirschkuh leben zunächst in glücklicher, gegenseitiger Liebe. Der Hirsch glaubt fest an ihre Treue. Doch eines Tages reagiert die Hirschkuh auf seinen liebevollen Gruß gleichgültig. Verwundert fragt er nach dem Grund, doch sie beteuert ihre Aufrichtigkeit. Der Hirsch wird misstrauisch und beschließt, der Sache nachzugehen. Auf einem Waldweg beobachtet er, wie die Hirschkuh erst mit einem Fuchs ins Dorf geht und später in Begleitung eines Wolfes zurückkehrt, dem sie sich freundlich zuwendet. Der Hirsch stürzt auf den Wolf zu, schlägt ihn und verlangt eine Erklärung. Der Wolf behauptet, er begleite die Hirschkuh nur zu ihrem Schutz. Als der Hirsch jedoch seine Geliebte ansieht, erkennt er ihre Untreue. Die Hirschkuh geht mit dem Wolf fort, während der Hirsch sich von beiden trennt.
=== C Lehre für die Frauen (93–104) ===
Der Sprecher richtet eine moralische Lehre an edle Frauen: Sie sollen sich nicht wie die untreue Hirschkuh verhalten, denn am Ende schade eine solche Treulosigkeit vor allem der Täterin selbst. Wer betrüge und lüge, werde schließlich verraten und verspottet. Der Text schließt mit einem Segenswunsch für beständige, treue Frauen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 1054f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Allegorie]]
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[[Kategorie:Quelle Bispel]]
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Aktuelle Version vom 7. April 2026, 20:26 Uhr

Die untreue Hirschkuh (Z57)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung 1405-1408
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Brüssel, KBR: 15589-623, 103rh-103vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1054f.

Inhalt

A Frauenpreis (1–8)

Der Text eröffnet mit einem klassischen Frauenpreis: Keine reine und tugendhafte Frau könne jemals ausreichend gelobt werden. Ihre Treue und ihre Kraft vermögen Leid und Sorgen zu bannen, und durch ihre höfische Beständigkeit könne sie mehr „besiegen“ als viele Männer mit Waffen.

B Tiergeschichte (9–92)

Ein Hirsch und eine Hirschkuh leben zunächst in glücklicher, gegenseitiger Liebe. Der Hirsch glaubt fest an ihre Treue. Doch eines Tages reagiert die Hirschkuh auf seinen liebevollen Gruß gleichgültig. Verwundert fragt er nach dem Grund, doch sie beteuert ihre Aufrichtigkeit. Der Hirsch wird misstrauisch und beschließt, der Sache nachzugehen. Auf einem Waldweg beobachtet er, wie die Hirschkuh erst mit einem Fuchs ins Dorf geht und später in Begleitung eines Wolfes zurückkehrt, dem sie sich freundlich zuwendet. Der Hirsch stürzt auf den Wolf zu, schlägt ihn und verlangt eine Erklärung. Der Wolf behauptet, er begleite die Hirschkuh nur zu ihrem Schutz. Als der Hirsch jedoch seine Geliebte ansieht, erkennt er ihre Untreue. Die Hirschkuh geht mit dem Wolf fort, während der Hirsch sich von beiden trennt.

C Lehre für die Frauen (93–104)

Der Sprecher richtet eine moralische Lehre an edle Frauen: Sie sollen sich nicht wie die untreue Hirschkuh verhalten, denn am Ende schade eine solche Treulosigkeit vor allem der Täterin selbst. Wer betrüge und lüge, werde schließlich verraten und verspottet. Der Text schließt mit einem Segenswunsch für beständige, treue Frauen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1054f.)