Die Klage der Treue (B447): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Klage der Treue (1–34)===
Die personifizierte Treue beklagt, dass die Menschen sie verloren haben und nur noch auf Besitz bedacht sind. Männer suchten nicht mehr die Verbindung zu vornehmen Damen, sondern liebten allein das Geld; eine Frau sei ihnen nur dann wertvoll, wenn sie reich sei. Solche Männer verflucht die Treue und bittet die Minne um Unterstützung, da diese doch Macht über Ritter, Knechte und alle anderen habe und ihr zu ihrem Recht verhelfen könne.


===B Klage der Minne (35–68)===
Die Minne erklärt, der Treue nicht helfen zu können, da auch sie selbst verachtet werde. Männer setzten ihren Besitz kaum für den Dienst an den Damen ein und schätzten deren Gaben nicht. Nur aufrechte Helden hielten an wahrer Treue und Minne fest. Diese mahnt sie, sich nicht durch materiellen Gewinn verderben zu lassen und die Geliebte nicht wegen Armut zu verschmähen. Es folgt ein kurzer Tugendkatalog, der die Haltung des idealen Liebenden beschreibt.
===C Klage der Treue (69–126)===
Die Treue bestätigt die Worte der Minne und erweitert den Tugendkatalog: Ein Liebender solle das Bild der Geliebten in seinem Herzen bewahren, wenn er von ihr getrennt sei. Sie berichtet, wie Menschen ihre geschworene Treue aus Geldgier verraten hätten, und erinnert daran, dass rasch erworbenes Geld ebenso schnell verloren gehe. Den Guten rät sie zu heiterer Gelassenheit und dazu, die Treue zu halten und beständige Liebe zu üben. Die Minne solle nun erläutern, wie man ein solches beständiges Leben bewahre.
===D Klage der Minne (127–200)===
Die Minne beklagt, dass man ihr Gebot kaum beachte. Viele untreue Menschen, die nie echte Liebe erfahren hätten, klagten über Liebesschmerz, doch sei dies durchsichtig. Wer unbeständig sei, solle sich nicht auf die Liebe einlassen. Den wahren Liebenden rät sie zu Standhaftigkeit, Bescheidenheit und Verschwiegenheit und kündigt an, gegen jene vorzugehen, die Liebe für Besitz verkaufen. Da sie rechtmäßig Macht über Jung und Alt habe, könne sie ihren Willen durchsetzen. Man solle denen misstrauen, die sich ständig neuen Frauen zuwenden, denn wer zwei Herzen liebe, könne nichts Gutes hervorbringen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 784f.)


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Aktuelle Version vom 13. März 2026, 10:19 Uhr

Die Klage der Treue (B447)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung 1472
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Straßburg, National- und Universitätsbibliothek: M2. 2333, 108va-110ra
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 423-429
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Klage der Treue; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 784f.

Inhalt

A Klage der Treue (1–34)

Die personifizierte Treue beklagt, dass die Menschen sie verloren haben und nur noch auf Besitz bedacht sind. Männer suchten nicht mehr die Verbindung zu vornehmen Damen, sondern liebten allein das Geld; eine Frau sei ihnen nur dann wertvoll, wenn sie reich sei. Solche Männer verflucht die Treue und bittet die Minne um Unterstützung, da diese doch Macht über Ritter, Knechte und alle anderen habe und ihr zu ihrem Recht verhelfen könne.

B Klage der Minne (35–68)

Die Minne erklärt, der Treue nicht helfen zu können, da auch sie selbst verachtet werde. Männer setzten ihren Besitz kaum für den Dienst an den Damen ein und schätzten deren Gaben nicht. Nur aufrechte Helden hielten an wahrer Treue und Minne fest. Diese mahnt sie, sich nicht durch materiellen Gewinn verderben zu lassen und die Geliebte nicht wegen Armut zu verschmähen. Es folgt ein kurzer Tugendkatalog, der die Haltung des idealen Liebenden beschreibt.

C Klage der Treue (69–126)

Die Treue bestätigt die Worte der Minne und erweitert den Tugendkatalog: Ein Liebender solle das Bild der Geliebten in seinem Herzen bewahren, wenn er von ihr getrennt sei. Sie berichtet, wie Menschen ihre geschworene Treue aus Geldgier verraten hätten, und erinnert daran, dass rasch erworbenes Geld ebenso schnell verloren gehe. Den Guten rät sie zu heiterer Gelassenheit und dazu, die Treue zu halten und beständige Liebe zu üben. Die Minne solle nun erläutern, wie man ein solches beständiges Leben bewahre.

D Klage der Minne (127–200)

Die Minne beklagt, dass man ihr Gebot kaum beachte. Viele untreue Menschen, die nie echte Liebe erfahren hätten, klagten über Liebesschmerz, doch sei dies durchsichtig. Wer unbeständig sei, solle sich nicht auf die Liebe einlassen. Den wahren Liebenden rät sie zu Standhaftigkeit, Bescheidenheit und Verschwiegenheit und kündigt an, gegen jene vorzugehen, die Liebe für Besitz verkaufen. Da sie rechtmäßig Macht über Jung und Alt habe, könne sie ihren Willen durchsetzen. Man solle denen misstrauen, die sich ständig neuen Frauen zuwenden, denn wer zwei Herzen liebe, könne nichts Gutes hervorbringen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 784f.)