Klage einer Frau (Heinrich der Teichner) (B292)

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Klage einer Frau (B292)

AutorIn Heinrich der Teichner
Entstehungszeit Überlieferung ab 2. Hälfte 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 118v-120v
Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 564, 99v-101r
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 249r-251r
London, British Library: Add. 24946, 28r-29v
Prag, Knihovna Nárondního muzea: Cod. X A 12, 98v-100r
Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2848, 271v-272v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 453f.

Inhalt

A Klage einer Frau

Der Sprecher gibt in direkter Rede die Klage einer Frau wieder: In der Welt seien Gewinn und Verlust gemischt, Liebe ende im Leid und Leid in Liebe — nur bei ihr sei es anders, denn sie ernte Leid, ohne je zuvor Glück erfahren oder auch nur erwogen zu haben. Schon ein Gruß oder ein freundlicher Blick von ihr genüge, damit ein Mann damit prahle oder in Liebesglut entbrenne, obwohl sie nie eine solche Absicht gehabt habe.

B Männerschelte

Es folgt eine Schelte unverständiger Männer, deren Sprecherin unklar bleibt. Diese Männer glaubten, eine Frau habe ihnen einen Gruß geschenkt, obwohl sie lediglich im Gebet die Lippen bewege. Sie zögen dann in ritterlichem Dienst aus, kehrten erschöpft zurück und verlangten Minnelohn von einer Frau, die ihnen nie einen Auftrag erteilt habe. Dadurch brächten sie die Frau ins Gerede. Sie verfolgten sie, stellten sich in der Kirche vor sie, sodass sie sie ansehen müsse. Fluche sie über sie — was wörtlich wiedergegeben wird —, deuteten sie dies erneut als freundlichen Gruß und setzten ihre Werbung endlos fort. Damit verärgerten sie ihren Ehemann und verursachten ihr weitere Beschwernisse.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 454)