Caroli Magni klug und verstendig urtheil (Enoch Widman)
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Caroli Magni klug und verstendig urtheil | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Der Text steht direkt vor dem Memorabile Ein historia vom gluenden eisen tragen (Enoch Widman).
Text
[1] Also hat auch keiser Carol der Gros in fast dergleichen bösen fall ebenermaßen die iusticiam administrirt und ein sehr kluges urtheil gefellet. Dann alß ein graf seiner unterthanen einen gefangen gelegt und nach langwiriger gefengnus und uff gros anhalten und vorbit des gefangenen seines weibs ihn anders nicht ledig lassen wolte, dann so das arme elende betrübte weib seinen willen thete. Sie aber nach langem bedenken gar schwerlich in des grafen bösen willen consentirte ihren gefangenen man damit zu entledigen und doch dabei nicht mehr erlangete, dann das der graf den gefangenen aus dem thuren zihen und darauff enthaubten lies und den todten cörper dem armen weib zustellete mit furwendung, er hette seiner zusag genug gethun und den gefangenen ledig gemacht: hat Carolus Magnus uff der elenden frauen bittere klag den grafen fangen lassen, denselben gezwungen, das er das arme weib zur ehe nehmen müssen, damit ward sie ihrer ehr widerumb ersetzet, hat aber alßbalden darnach dem grafen seinen köpf abzuhauen bevelch gethun, uff das auch der arme man gerochen wurde, kopff umb kopff. Dieses ist nun ein fein urtheil aus freier vernunfft geflossen, besser dann ettliche juristen in ihren buchern hetten finden mögen.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 32. Marginalie: "Caroli Magni klug und verstendig urtheil".