Der schwarze Mann in der Mordgasse (Enoch Widman)
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Der schwarze Mann in der Mordgasse | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Der Text steht direkt nach dem Memorabile Historia vom leidigen Schuster zu Culmbach (Enoch Widman) und direkt vor Gespenst im babstthumb waren gemein (Enoch Widman).
Text
[1] Vor diesem sterben hat sich bei nacht ein grosser, schwarzer, langer man in der Mordgassen sehen lassen, welcher mit seinen außgebreiteten schenckeln die zwo seiten der gassen betreten und mit dem kopff hoch uber die heuser gereichet hat, welchen dann meine anfrau Walpurgis Widmanin, da sie uff einen abend durch gedachte gassen gehen müssen, selbsten gesehen, daß er den einen fus bei der einfurth des wirthshauses, den andern gegenüber uff der andern seiten bei dem grossen haus gehabt. Alß sie aber für schrecken nicht gewust, ob sie zuruck oder fortgehen sollen, hat sie es in Gottes namen gewaget, ein creutz für sich gemachet und mitten durch die gassen und also zwischen seine bede bein hindurch gegangen, weil sie ohne das besorgen mussen, solch gespenst möchte ihr nacheilen. Da sie nun kaum hindurchkommen, schiegt das gespenst seine bede bein hinter ihr so hart zusammen, daß sich ein solch groß gepressel erhebet, alß wann die heuser der gantzen Mordgassen einfielen. Uff solches gespenst folget die grosse pestilentz und fing der sterben in der Mordgassen am ersten an.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 301. Marginalie: "Ein gespenst ereignet sich vor diesem sterben".