Klage über Trennung von der Geliebten G (B31)
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Klage über Trennung von der Geliebten G (B31) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung Mitte 14. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Leysers Fragment (Privatbesitz Hermann Leyser, Leipzig, verschollen), 3v-5v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 55f. |
Inhalt
Der Sprecher eröffnet mit der Klage, dass es ein bitteres Scheitern sei, rote Münder anlachen zu wollen und es nicht zu dürfen – eine Erfahrung, die er selbst gemacht habe. Er wendet sich an seine Geliebte und erklärt, ein unbeschwertes Leben mit ihr sei ihm mehr wert als alles andere. Er bittet um ein „gütliches Ende“, fürchtet, sie nie wiederzusehen, und beklagt die Trennung. Alle Freude sagt er ab, selbst dem Tanz, außer er diene der Ehre. In der Mitte richtet er sich betend an Gott und Maria und nennt die Geliebte eine „Rose ohne Dornen“. Der Gedanke, nie mehr ihr rotes Mündlein lächeln zu sehen, stürze ihn in tiefes Leid; kein Engel sei schöner. Er droht, am Liebeskummer zu sterben, und empfiehlt sie Gott, Maria und den Engeln, die ihr einen Platz bereiten mögen. Zum Schluss grüßt er sie zur guten Nacht und versichert, er werde sie erst vergessen, wenn Meer und Vögel verschwänden. Dasselbe wünscht er sich von ihr. Ein kurzer Epilog beschließt die Rede mit Segensbitte, Amen-Formel und einem spruchhaften Schlussvers, der an einen Schreiberspruch erinnert.
(Ausführliche Inhaltsbeschreibung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 55f.)