Klage über die Trennung von der Geliebten G (B62)
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Klage über die Trennung von der Geliebten G (B62) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1425 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104, 49ra-49vb Trier, Stadtbibliothek: 1120/128a 4°, 11r-11v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Klage über die Trennung von der Geliebten G; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 109f. |
Inhalt
Der Sprecher beklagt, dass der „süße Anfang“ durch ein schmerzliches Ende verwundet wurde und selbst die „beständige Treue“ seinen Schmerz nur vertiefe. Seit die Dame fortging, lebe er in unaufhörlichem Leid. Er ruft Herz, Hoffnung und Freude an – das Herz solle brechen, die Hoffnung weichen, die Freude ihn seinem Kummer überlassen. Er erinnert sich an den tränenreichen Abschied, nennt den Anfangsbuchstaben der Geliebten („G“) und klagt das Scheiden an, das seine Gedanken jedoch nicht hindern könne, zu ihr zu eilen – nur ohne Antwort zurückzukehren. Nach weiteren Bildern seines Schmerzes klagt er die Welt an, die ihm als treuem Diener einen bitteren Lohn gegeben habe. Ohne Vermittlung sei seine Freude verloren gegangen. Auch Frau Minne beschuldigt er: Sein Herz sei verwüstet und müsse bis zum Jüngsten Tag leiden. Er vertraut die Geliebte Gott an, gelobt lebenslange Treue – selbst wenn sie untreu würde – und schließt mit einer Bitte um göttliche Führung in die Ewigkeit.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 109f.)