Liebesklage eines Mannes (B57)
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Liebesklage eines Mannes (B57) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1470/71 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 164r-165r Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 293r-294r Prag, Knihovna Nárondního muzea: Cod. X A 12, 133v-134r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Liebesklage eines Mannes; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 104f. |
Inhalt
A Dialog mit Zunge und Herz (1–31):
Der Sprecher klagt seinem Herzen: Die Rose, die ihm einst leuchtete, strahle nun anderswo und treibe ihm Tränen in die Augen. Die Zunge tadelt ihn, er hätte keine so hohe, unerreichbare Frau wählen sollen. Das Herz gesteht, es habe ihn zum Frauendienst angestachelt, doch die Dame habe ihn nur verspottet und ohne Lohn zurückgelassen. Ihre Treulosigkeit schade letztlich mehr ihrer Ehre als seinem Leib.
B Treueklage (32–64):
Er klagt in anaphorischen Rufen über ihre Unbeständigkeit, Ehrlosigkeit und Selbsterniedrigung. Ohne sie sei ihm Licht und Sonne entzogen; sein Herz sinke wie Blei, weil sie ihr Treueversprechen gebrochen habe. Sie beherrsche ihn, könne sich aber selbst nicht zügeln. Hätte er ihren Mund – den Ort des Versprechens – gewonnen, wäre er bis zum Tod geborgen gewesen. Die Klage endet in Resignation und Rachegedanken. Schließlich benennt er offen den Kern seines Leids: Den Lohn seines langen Dienstes erhält nun ein anderer.
(Ausführliche Inhaltsbeschreibung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 104f.)