Uneinigkeit zwischen geistlichen und weltlichen (Enoch Widman)

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Uneinigkeit zwischen geistlichen und weltlichen

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Direkt danach schließt sich das Memorabile Zug nach Canossa (Enoch Widman) an.

Text

[1] In diesem jhar[2] unter keiser Heinrich dem virdten und babst Gregorio VII. ward zwischen weltlichen und geistlichen ein solche auffrhur, das die leien den pfaffen, welche damalß gar übel haußhilten, den zehenden uff dem feld verbranten und fingen an selbsten vom glauben zu disputiren, unterstunden sich priesterliches ambts mit teuffen, predigen, sacrament reichen, disputirten wunderlich von der religion, taufften einander ihre kinder selbst, reicheten das sacrament einander, der prister sacrament, denen sie es aus der hand rissen, traten sie aus Verachtung mit fussen, wolten der verhurten gottlosen pfaffen meß nicht hören noch ihre sacramenta gebrauchen. Und war also ein auffrhur in der gantzen welt und an allen orten und enden. Wehrete auch solch schisma oder zwispalt im glauben [S. 37] wol 20 jhar, biß es wiewol schwerlich widerumb in ein ordnung gebracht ward. Und dazumal waren fast alle fürsten und herren zwispeltig, einer hilts mit dem babst, der ander mit dem keiser Heinrich, verbandten und verfolgeten einander tödlich, daß die leien irr gemacht weder uff pfaffen, babst oder keiser gaben und thet ein ider, was ihme nur gefiel. Dergleichen geschach hernacher anno 1164, item anno 1376.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 36f. Marginalie: "Uneinigkeit zwischen geistlichen und weltlichen".
  2. 1074.