Zug nach Canossa (Enoch Widman)
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Zug nach Canossa | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Der Text steht direkt nach dem Memorabile Uneinigkeit zwischen geistlichen und weltlichen (Enoch Widman).
Text
[1] Anno 1077 ward so ein harter winter, das die vögel in der lufft erfroren. Keiser Heinrich der vierdte, da er gen Rom zihen wollen und zu Bisantz in Burgund Weihnachten gehalten, kondte er mit seinen pferden nicht fortkommen; dann sie uff dem gebirg vor grossem eis, schnee und kelt nirgend hafften oder gehen mochten, man hackete dann zuvor das eis auf. Da trug einer den andern und kamen mit grosser not und beschwerligkeit fort. Die keiserin ward in ein ochsenhaut gewickelt und die holen und glateisigen weg hinaufgezogen. Die reuter krochen uff allen vieren auf der erden und zogen die roß hernach, biß sie aus dem gebirg kamen. Die gähen und glateisigen berg liß man die roß mit seilen herab oder man bandt ihn alle viere und liß sie darnach also herab hutschen, wie dann auch die keiserin in der ochsenhaut. Da kondte nimand zu dem andern reisen ausser grosser gefahr. Doch muste der keiser wider seinen willen nach Rom eilen.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 37. Marginalie: "Sehr harter winter".