Klage eines Liebenden (B36): Unterschied zwischen den Versionen

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| namen              = Klage eines Liebenden (B36); Klage eines Liebenden III
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==Inhalt==
==Inhalt==
===A Preis der Geliebten (1–23): ===Der Sprecher seufzt beim Gedanken an den Beginn
===A Preis der Geliebten (1–23): ===
seiner Liebe. Er schließt ein Lob der Geliebten (6: ''mynes herczen keyserynn'') an, das
Der Sprecher seufzt über den Anfang seiner Liebe und preist die Geliebte als „Kaiserin seines Herzens“. Eine goldene Krone stünde ihr zu; oft habe sie ihn aus Trauer befreit, ihr Lachen erfreue ihn, und sie könne das Herz heilen, das sie selbst verwundet habe.
allerdings ganz auf ihn selbst bezogen bleibt: Ihr stünde eine goldene Kaiserkrone;  
 
sie habe ihn oft von seiner Trauer erlöst; ihr Lachen erfreue ihn; sie könne sein Herz,  
===B Dienst-Lohn-Verhältnis (24–43): ===
das sie zuvor verwundet habe, heilen.
Der Sprecher bittet Gott, die Geliebte in seinem Namen zu grüßen. Er gelobt ihr ewigen Dienst und hält es für Unrecht, dafür ohne Lohn zu bleiben. Seine Hoffnung ruht darauf, dass sie seine Beständigkeit erkennt.
===B Dienst-Lohn-Verhältnis (24–43): ===Der Sprecher hofft, dass Gott die Geliebte in seinem Namen grüße. Er versichert seinen ewigen Dienst und betont, dass ihm ein großes Unrecht geschähe, sollte er keinen Lohn erhalten (Dienst-Lohn-Mechanismus).  
 
Er setzt seine Hoffnung darauf, dass die Geliebte seine Beständigkeit erkenne.
===C Erklärung seines Schweigens (44–95): ===
===C Erklärung seines Schweigens (44–95): ===Der Sprecher gibt zwei Gründe dafür an,
Der Sprecher erklärt sein Verstummen vor der Geliebten: Er fürchtet Klatsch, der seine Worte verdrehen könnte, und zugleich, ihr könnten seine Worte missfallen. Darum habe er seinen Kummer bisher verschwiegen. In einer Anrufung Gottes wirft er sich vor, aus törichter Scheu jede Gelegenheit zur Aussprache verpasst zu haben, und vergleicht sich selbstkritisch mit „blöden Kindern“, die eine Züchtigung nötig hätten.
weshalb er in Gegenwart der Geliebten nicht sprechen könne (Verstummen vor der  
 
Geliebten). Zum einen fürchtet er sich vor boshaften Klaffern, die seine Worte weiter
tragen und Liebe in Leid verkehren könnten. Zum anderen fürchtet er, dass seine  
Worte der Geliebten missfallen könnten. So käme es, dass er der Geliebten seinen  
Liebeskummer noch nicht eröffnet habe. In einer Anrufung Gottes bezichtigt er sich  
selbst, aus Naivität zu lange gewartet und günstige Gelegenheiten zur Aussprache  
nicht ergriffen zu haben. Dabei vergleicht er sich mit ''blöden kinden'' (88), auch er habe
Schläge mit einer Gerte nötig (86–95).
===D Schluss (96–120): ===
===D Schluss (96–120): ===
Der Sprecher hofft, die Geliebte noch einmal seiner Liebe versichern zu können und dass sie ihn dann erhöre. Obwohl das Ende noch offen sei,  
Der Sprecher hofft, der Geliebten seine Liebe noch einmal versichern zu dürfen und dann Gehör zu finden. Auch wenn der Ausgang ungewiss bleibt, gelobt er ihr lebenslange Treue.
wolle er ihr doch bis an sein Lebensende treu ergeben sein.
 


([[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 62)
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 62)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Klagerede]]
[[Kategorie:Quelle Klagerede]]

Aktuelle Version vom 30. Dezember 2025, 23:45 Uhr

Klage eines Liebenden (B36); Klage eines Liebenden III

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1470-1490
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 364r-366r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Klage eines Liebenden III; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 62

Inhalt

A Preis der Geliebten (1–23):

Der Sprecher seufzt über den Anfang seiner Liebe und preist die Geliebte als „Kaiserin seines Herzens“. Eine goldene Krone stünde ihr zu; oft habe sie ihn aus Trauer befreit, ihr Lachen erfreue ihn, und sie könne das Herz heilen, das sie selbst verwundet habe.

B Dienst-Lohn-Verhältnis (24–43):

Der Sprecher bittet Gott, die Geliebte in seinem Namen zu grüßen. Er gelobt ihr ewigen Dienst und hält es für Unrecht, dafür ohne Lohn zu bleiben. Seine Hoffnung ruht darauf, dass sie seine Beständigkeit erkennt.

C Erklärung seines Schweigens (44–95):

Der Sprecher erklärt sein Verstummen vor der Geliebten: Er fürchtet Klatsch, der seine Worte verdrehen könnte, und zugleich, ihr könnten seine Worte missfallen. Darum habe er seinen Kummer bisher verschwiegen. In einer Anrufung Gottes wirft er sich vor, aus törichter Scheu jede Gelegenheit zur Aussprache verpasst zu haben, und vergleicht sich selbstkritisch mit „blöden Kindern“, die eine Züchtigung nötig hätten.

D Schluss (96–120):

Der Sprecher hofft, der Geliebten seine Liebe noch einmal versichern zu dürfen und dann Gehör zu finden. Auch wenn der Ausgang ungewiss bleibt, gelobt er ihr lebenslange Treue.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 62)