Liebesklage (B41): Unterschied zwischen den Versionen
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Der Sprecher hofft, die Geliebte möge seine ehrenvolle, unerschütterliche Liebe auch ohne Worte erkennen. Nichts auf der Welt könne ihn von ihr trennen; ihr Name stehe unauslöschlich in seinem Herzen, und er wolle sie lieben, selbst wenn sie ihn zurückweist. Könnte sie in sein Inneres blicken, würde sie seine Gesinnung trotz seines niedrigen Standes schätzen. | |||
Seine Liebesbindung beschreibt er mit mythologischen Bildern: Venus habe ihn gefesselt, Cupido seine Macht gezeigt. Redebegabte wie die Helden der Antike seien zu beneiden, während ihm selbst die Worte fehlten. Schließlich versichert er, dass sie an ihm die größte Treue fände, und preist ihre Vorzüge. | |||
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Der Sprecher ruft die Geliebte erneut an, preist ihre Schönheit und klagt, wie sehr ihre Augen sein Herz verwundet haben. Sie sei Garten und Quelle der Liebe; er bittet um Kuss, Wort und Umarmung und gesteht, seiner Liebeskrankheit völlig ausgeliefert zu sein. Obwohl er sich ihr offenbaren will, fürchtet er erneut zu verstummen – Frauen liebten heitere Rede, nicht zu viel Ernst. Dennoch wagt er die Hoffnung auf ein gutes Wort. In Gedanken entwirft er ein Streitgespräch, in dem er ihrer Ablehnung mit ehrenhaften Gründen begegnen würde. Am Ende bekräftigt er seinen Entschluss und setzt auf den glückbringenden Frühling. | |||
ein Streitgespräch | |||
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[[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 70f. | (Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 70f.) | ||
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Aktuelle Version vom 31. Dezember 2025, 00:09 Uhr
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Liebesklage (B41); Liebesklage II | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1530 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Ms. germ. fol. 488, 372v-380v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Liebesklage II; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 69-71 |
Inhalt
A Winterklage (1–32):
Der Sprecher nimmt Abschied vom Sommer und mit ihm von unbeschwerter Freude, die er in der heiteren Natur und im Einklang mit ihren Geschöpfen erlebt hat. Nun hat der Winter all diese Lust ins Gegenteil verkehrt.
B Klage über eigenes Unvermögen (33–134):
Der Sprecher leidet unter seiner Liebe, macht dafür aber nicht die Geliebte verantwortlich, sondern seine eigene Unfähigkeit, ihr zu gestehen, was er fühlt. Ihr Anblick raubt ihm Sprache und Fassung; angesprochen zu werden, trifft ihn wie ein Pfeil. Aus Angst, ihr zu missfallen, schweigt er – obwohl er sonst vor keiner Prüfung zurückweicht. Getrennt von ihr ist er ruhelos, in ihrer Nähe schweißgebadet. Nur ihr Anstand bewahrt ihn vor Spott. Selbst harmlose Gespräche meidet er aus Furcht, sich zu verraten. Ihre besorgten Fragen kann er nicht beantworten, weil er sich ihr nicht ebenbürtig fühlt und fürchtet, sie könne sein Liebesbekenntnis verübeln.
C Liebesbekenntnis (135–209):
Der Sprecher hofft, die Geliebte möge seine ehrenvolle, unerschütterliche Liebe auch ohne Worte erkennen. Nichts auf der Welt könne ihn von ihr trennen; ihr Name stehe unauslöschlich in seinem Herzen, und er wolle sie lieben, selbst wenn sie ihn zurückweist. Könnte sie in sein Inneres blicken, würde sie seine Gesinnung trotz seines niedrigen Standes schätzen. Seine Liebesbindung beschreibt er mit mythologischen Bildern: Venus habe ihn gefesselt, Cupido seine Macht gezeigt. Redebegabte wie die Helden der Antike seien zu beneiden, während ihm selbst die Worte fehlten. Schließlich versichert er, dass sie an ihm die größte Treue fände, und preist ihre Vorzüge.
D Preis nach dem Hohelied (210–269):
Der Sprecher preist die Geliebte vor allem mit Paraphrasen aus dem Hohelied. In zahlreichen Anrufungen hebt er ihre körperliche Schönheit hervor und folgt dabei – von Wangen über Hals bis zum Gesicht – der traditionellen Ordnung des Schönheitslobs.
E Bitte und Hoffnung (270–375):
Der Sprecher ruft die Geliebte erneut an, preist ihre Schönheit und klagt, wie sehr ihre Augen sein Herz verwundet haben. Sie sei Garten und Quelle der Liebe; er bittet um Kuss, Wort und Umarmung und gesteht, seiner Liebeskrankheit völlig ausgeliefert zu sein. Obwohl er sich ihr offenbaren will, fürchtet er erneut zu verstummen – Frauen liebten heitere Rede, nicht zu viel Ernst. Dennoch wagt er die Hoffnung auf ein gutes Wort. In Gedanken entwirft er ein Streitgespräch, in dem er ihrer Ablehnung mit ehrenhaften Gründen begegnen würde. Am Ende bekräftigt er seinen Entschluss und setzt auf den glückbringenden Frühling.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 70f.)