Schelte gegen die Klaffer (B59): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
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er Sprecher hofft, dass ihn niemand verrät, denn er will die Klaffer schelten. Er vergleicht ihre Zungen mit einem schneidenden Schwert und ihre Zusammenrottung
Der Sprecher fürchtet Verrat, weil er die Klaffer schmähen will: Ihre Zungen seien wie Schwerter, ihr Rudel wie ein bissiger Hund. In seiner Wut fantasiert er von Strafen und nennt sie Diebe der Liebesfreude. Zugleich hofft er, durch die Geliebte, die er ihretwegen meiden muss, erlöst zu werden. Er preist sie in anaphorischen Bildern als Sonne, Licht, Trost und Herzbewohnerin; ihr Blick habe die Kraft des Straußes, der seine Jungen „heraus­sieht“. Doch die Klaffer hätten ihn bei ihr in Ungnade gebracht. Am Ende wünscht er ihnen göttliche Strafe und teuflische Wegführung – und schließt mit einem „amen“.
mit einem Hund, der ohne Warnung beißt. Er ergeht sich in Rache- und Bestrafungsphantasien (er will die Klaffer blenden, lähmen, ihnen den Mund stopfen) und  
nennt den Klaffer (in direkter Anrede) einen Dieb, der den Liebenden ihre Freude
stiehlt und so auch ihn in Trauer versetzt habe. Der Sprecher äußert seine Hoffnung,  
durch seine Geliebte die er wegen der Klaffer meiden muss erlöst zu werden. Lob
der Geliebten mit anaphorischen Reihungen (40f.: ''myn sonne myn tag myn licht myn scheyn | myn hort myn heyl myn trost, und 57: myn wonne myn heyle myn ademas''); sie
wohne in seinem Herzen. Die Kraft ihres Blickwechsels vergleicht er mit dem Blick
des Vogel Strauß, der seine Jungen (ergänze: aus den Eiern) ›heraussehe‹ (52, = mit
den Augen ausbrüte; ›Physiologus‹). Er beklagt, dass er bei ihr durch die Klaffer
in Ungnade gefallen sei, und warnt vor ihnen. Abschließend hofft er, dass Gott sie
strafe und der Teufel sie alle miteinander wegführe. Die Rede endet mit einem amen
(nach 70).


([[Klingner, Jacob: Schelte gegen die Klaffer]]; [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 106)
(Ausführliche Inhaltsbeschreibung bei [[Klingner, Jacob: Schelte gegen die Klaffer]]; [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 106)




[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Klagerede]]
[[Kategorie:Quelle Klagerede]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 20:32 Uhr

Schelte gegen die Klaffer (B59)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1459
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 1107, 127v-129r
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 136-138
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Schelte gegen die Klaffer; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 106

Inhalt

Der Sprecher fürchtet Verrat, weil er die Klaffer schmähen will: Ihre Zungen seien wie Schwerter, ihr Rudel wie ein bissiger Hund. In seiner Wut fantasiert er von Strafen und nennt sie Diebe der Liebesfreude. Zugleich hofft er, durch die Geliebte, die er ihretwegen meiden muss, erlöst zu werden. Er preist sie in anaphorischen Bildern als Sonne, Licht, Trost und Herzbewohnerin; ihr Blick habe die Kraft des Straußes, der seine Jungen „heraus­sieht“. Doch die Klaffer hätten ihn bei ihr in Ungnade gebracht. Am Ende wünscht er ihnen göttliche Strafe und teuflische Wegführung – und schließt mit einem „amen“.

(Ausführliche Inhaltsbeschreibung bei Klingner, Jacob: Schelte gegen die Klaffer; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 106)