Liebesklage (B71): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Brevitas Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Einzeltext | namen = Liebesklage (B71) | autorin = Anon. | entstehungszeit = Überlieferung 2. Hälfte 15. Jhd. | entstehu…“)
 
 
Zeile 13: Zeile 13:


==Inhalt==
==Inhalt==
Der Sprecher richtet sich an die Geliebte: Der Anblick ihres Gesichts habe sich ihm  
Der Sprecher wendet sich an die Geliebte: Ihr Anblick habe sich unauslöschlich in ihm eingeprägt und allen Schmerz vertrieben. Seine Liebe zu ihr sei unsagbar und begleite jedes seiner Handlungen. Das meiden quäle ihn besonders. Er hofft, sie möge seine Treue und sein Verlangen erkennen und seiner Not ein Ende setzen, da er ihr bis zum Tod ergeben sei. Könnte er sehen, wie sein Herz in ihr ruht, wäre er aller Sorgen ledig. Er bittet sie erneut, seine hingebungsvolle Dienstbarkeit anzunehmen – wie ein Knecht ohne Vorbehalt. Zum Schluss erfleht er Gottes Schutz und Stärkung für sie.
eingeprägt, was ihn von allem Schmerz befreit habe. Die Liebe, die er ihr beständig
sende, sei nicht in Worten zu fassen (Unsagbarkeitstopos). Er müsse, was er auch tue,
liebevoll an sie denken. Er beklagt, ''das meiden ye geborn wart'' (20), da es ihm besonderen Herzschmerz zufüge. Er hofft, dass sie seine Treue und sein Verlangen wahrnehme und seine Not beende – auch, weil er ihr bis an sein Ende treu ergeben sei.  
Könnte er sein eigenes Herz sehen, wie es in ihr verborgen liegt (Herz bei der Dame),  
wäre er von allen Sorgen befreit. Er bittet die Geliebte nochmals, sein Verlangen und
seine treue Ergebenheit als ''knecht […] verdinget ane zill'' (44f.) (Leibeigenschaft) anzuerkennen. Er schließt mit einer Segensbitte: Gott solle sie stärken und sie vor allem
Schaden behüten.


([[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 125f.)
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 125f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Klagerede]]
[[Kategorie:Quelle Klagerede]]
[[Kategorie:Quelle Liebesbrief]]
[[Kategorie:Quelle Liebesbrief]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 21:13 Uhr

Liebesklage (B71)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung 2. Hälfte 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Stuttgart, Landesbibliothek: Poet. et phil. 4° 69, 202r-203r
Ausgaben Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften, S. 242f.
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 125f.; Schulz-Grobert, Jürgen: Deutsche Liebesbriefe in spätmittelalterlichen Handschriften, 220

Inhalt

Der Sprecher wendet sich an die Geliebte: Ihr Anblick habe sich unauslöschlich in ihm eingeprägt und allen Schmerz vertrieben. Seine Liebe zu ihr sei unsagbar und begleite jedes seiner Handlungen. Das meiden quäle ihn besonders. Er hofft, sie möge seine Treue und sein Verlangen erkennen und seiner Not ein Ende setzen, da er ihr bis zum Tod ergeben sei. Könnte er sehen, wie sein Herz in ihr ruht, wäre er aller Sorgen ledig. Er bittet sie erneut, seine hingebungsvolle Dienstbarkeit anzunehmen – wie ein Knecht ohne Vorbehalt. Zum Schluss erfleht er Gottes Schutz und Stärkung für sie.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 125f.)