Das Häslein: Unterschied zwischen den Versionen
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ebenso getrieben, ohne dass sie je etwas davon ihrer Mutter erzählt habe. Der | ebenso getrieben, ohne dass sie je etwas davon ihrer Mutter erzählt habe. Der | ||
Ritter erschrickt über dieses Bekenntnis, und auf den Rat seiner Verwandten hin | Ritter erschrickt über dieses Bekenntnis, und auf den Rat seiner Verwandten hin | ||
heiratet er an Stelle der vornehmen Braut das Mädchen mit dem Häslein. | heiratet er an Stelle der vornehmen Braut das Mädchen mit dem Häslein. | ||
===Epimythion=== | ===Epimythion=== | ||
Was geschehen soll, das geschieht. | Was geschehen soll, das geschieht. | ||
Aktuelle Version vom 28. November 2025, 22:12 Uhr
Inhalt
Promythion
Der Dichter will ein abentuverlin in deutschen Versen erzählen.
Narratio
Ein Ritter fängt auf der Jagd ein Häslein und will es einem Fräulein bringen, um das er schon seit Jahren wirbt. Auf dem Weg zu ihr trifft er ein kindliches Mädchen, das ihn um das Häslein bittet. Er fordert als Kaufpreis ihre Minne. Da sie nicht weiß, ob sie so etwas besitzt, gestattet sie ihm, danach zu suchen, und beide haben ihre Freude daran. Als sich die Mutter später über den Handel ungehalten zeigt, versucht das Mädchen bei nächster Gelegenheit, den Kauf rückgängig zu machen. Der Ritter ist dazu bereit, genießt ihre Minne zum zweiten Male und lässt ihr schließlich sogar das zurückerworbene Häslein. Ein Jahr später will er ein Edelfräulein heiraten und lädt zu der Hochzeit auch die Mutter und ihre Tochter mit dem Häslein ein. Als er sie sieht, beginnt er in Erinnerung an sein Abenteuer herzhaft zu lachen. Die Braut ist neugierig und besteht darauf, den Grund dieser Fröhlichkeit zu erfahren. Als sie ihn kennt, zeiht sie das Mädchen der Torheit, der Kaplan habe es mit ihr wohl hundertmal ebenso getrieben, ohne dass sie je etwas davon ihrer Mutter erzählt habe. Der Ritter erschrickt über dieses Bekenntnis, und auf den Rat seiner Verwandten hin heiratet er an Stelle der vornehmen Braut das Mädchen mit dem Häslein.
Epimythion
Was geschehen soll, das geschieht.
(Fischer, Hanns: Studien zur deutschen Märendichtung, S. 470-471)