Klage eines Liebenden (B36): Unterschied zwischen den Versionen

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===B Dienst-Lohn-Verhältnis (24–43): ===
===B Dienst-Lohn-Verhältnis (24–43): ===
Der Sprecher hofft, dass Gott die Geliebte in seinem Namen grüße. Er versichert seinen ewigen Dienst und betont, dass ihm ein großes Unrecht geschähe, sollte er keinen Lohn erhalten (Dienst-Lohn-Mechanismus).  
Der Sprecher bittet Gott, die Geliebte in seinem Namen zu grüßen. Er gelobt ihr ewigen Dienst und hält es für Unrecht, dafür ohne Lohn zu bleiben. Seine Hoffnung ruht darauf, dass sie seine Beständigkeit erkennt.
Er setzt seine Hoffnung darauf, dass die Geliebte seine Beständigkeit erkenne.


===C Erklärung seines Schweigens (44–95): ===
===C Erklärung seines Schweigens (44–95): ===

Version vom 30. Dezember 2025, 23:43 Uhr

Klage eines Liebenden (B36); Klage eines Liebenden III

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1470-1490
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 364r-366r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Klage eines Liebenden III; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 62

Inhalt

A Preis der Geliebten (1–23):

Der Sprecher seufzt über den Anfang seiner Liebe und preist die Geliebte als „Kaiserin seines Herzens“. Eine goldene Krone stünde ihr zu; oft habe sie ihn aus Trauer befreit, ihr Lachen erfreue ihn, und sie könne das Herz heilen, das sie selbst verwundet habe.

B Dienst-Lohn-Verhältnis (24–43):

Der Sprecher bittet Gott, die Geliebte in seinem Namen zu grüßen. Er gelobt ihr ewigen Dienst und hält es für Unrecht, dafür ohne Lohn zu bleiben. Seine Hoffnung ruht darauf, dass sie seine Beständigkeit erkennt.

C Erklärung seines Schweigens (44–95):

Der Sprecher gibt zwei Gründe dafür an, weshalb er in Gegenwart der Geliebten nicht sprechen könne (Verstummen vor der Geliebten). Zum einen fürchtet er sich vor boshaften Klaffern, die seine Worte weiter tragen und Liebe in Leid verkehren könnten. Zum anderen fürchtet er, dass seine Worte der Geliebten missfallen könnten. So käme es, dass er der Geliebten seinen Liebeskummer noch nicht eröffnet habe. In einer Anrufung Gottes bezichtigt er sich selbst, aus Naivität zu lange gewartet und günstige Gelegenheiten zur Aussprache nicht ergriffen zu haben. Dabei vergleicht er sich mit blöden kinden (88), auch er habe Schläge mit einer Gerte nötig (86–95).

D Schluss (96–120):

Der Sprecher hofft, die Geliebte noch einmal seiner Liebe versichern zu können und dass sie ihn dann erhöre. Obwohl das Ende noch offen sei, wolle er ihr doch bis an sein Lebensende treu ergeben sein.

(Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 62)