Welcher herr ein tauben wechter hat
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Welcher herr ein tauben wechter hat | |
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| Überlieferung | Eigenständige Versionen: Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Cod. Quart. 565, 18r (online) Uneigenständige Version: |
| Ausgaben | Euling, Karl: Das Priamel bis Hans Rosenplüt, S. 563 Kully, Elisabeth (Hg.): Codex Weimar Q 565, S. 89 Weigel [muss noch eingepflegt werden], S. 157 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Euling, Karl: Das Priamel bis Hans Rosenplüt, S. 563 |
Synopse der Überlieferung[1]
Eigenständige Versionen
| Cod. Quart. 565 | Mscr. M. 50 | MS Ger 74 | Ms. 1590 | Cgm 713, 9r-10v | Cgm 713, 158v | Cod. 5339a | Cod. 76.3. Aug. 2° | 2.4. Aug. 2° |
| Von pösem haußrat | Der hat einen posen haws rath | |||||||
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[2] Item Welcher herr ein tauben wechter hat Vnd ein pfortner der nit ffrw auff stat Vnd ein vngetrewen keldner Vnd ein hinckenndenn lauffer Vnd ein koch der nit schmeckt Vnd ein knecht der sich vber die frauen streckt Vnd mit ir schympfft vnnd(er) der wath Der herr hat gar ein pösen haußrath |
Welcher h(e)r einen tawben wacht(er) hat Vnd einen pfortner der nicht g(er)n fru auf stat Vnd einen vngetrewen kelner Vnd einen hinckenden lauffer Vnd einen koch der nicht smeckt Vnd einen knecht der sich vber die frawen legt Vnd mit ir schümpfft vnter der wat Der hat gar bosen hawsrat |
Welch(er) her(r) het ainen taub(e)n wachter
Vn(d) ain bösen rat geber
Vn(d) ain vntreweb keller |
WElch(er) her ein taube(n) |
[3] Welicher her(r)e ein tawben wechter hat Vnd ein pförtner der nit ger(e)n frw auf stat Vnd ein vngetrewen kellner Vnd ein hinckenden lewffer Vnd ein koch der nit schmeckt Vnd ein knecht der sich vber die frawen streckt Vnd mit ir schimpfft vnter der wat Der her hat gar ein poßen hawß radt |
[4] <W>Elcher her(r) ein tauben wachter hat Ein pfortn(er) der nit gern frw auff stat Vnd ein vngetreüen keln(er) Vnd ein hinkenden lauffer Vnd ein koch der nit schmeckt Vnd ein knecht der sich ub(er) die frawen streckt Vnd mit yr schimpfft vnter der wat Der hot auch ein pössen hausrat |
Welch(er) her(r) ein tauben wecht(er) hat Vnd ein pfortn(er) der nit gern fru auf stat Vnd ein vngetreüen keln(er) Vnd ein hincken lauffer Vnd ein koch der nit schmeckt Vnd ein knecht der sich vber die frauen streckt Vnd mit ir schimpft vnter der wat Der her(r) hat gar ein posen hausrat |
WElcher herre ein tauben wachter hat Vnd ein pfortner der nit gern frü auff stet Vnd ein vngetrewen kelner Vnd ein hinckenden lauffer Vnd ein koch der nicht smeckt Vnd ein knecht der sich vber die frawe(n) streckt Vnd mit ir schimpfft vnter der wat Der herr(e) hat gar ein pösen haußrat |
Welcher herr ein tauben wachter hat Vnd ein pfortner der nit drüe aüff stat Vnnd ein vngetrewen kelner [87va] Vnd ein hinckenden lüffer Vnd ein koch der nit wol smeckt Vnd ein knecht der sich vber dy frrewen streckt Vnd mit it schympft vnter der wat Der hat ein posen hausrat |
Uneigenständige Version
Im Hessischen Weihnachtsspiel treten nach Herbergssuche, Geburt Christi, Anbetung der Hirten und einer Auseinandersetzung Josephs mit den Mägden die Teufel auf, die in ihren Redebeiträgen auch das Priamel einbauen:
Welch her ey(n) taubbe(n) wecht(er) hat
Vnnd eyne(n) pottner der da nicht fro uff stad<t>
Vn(d) ey(n) vngetrue(n) kelner
Dar zu ey(n) lamen lauff(er)
Vnd ey(n) kuch der da nicht smecket
Vn(d) |Da(r) czu| ey(n) knecht de(r) sich vbe(r) die frauwe(n) streck<et>
Vnnd mit er schym(pf)et vnd(er) de(r) waith
Der had volk(o)mmen halb(e)n huß radt
[12v]
Im einem Nachtrag (Neufassung der Mägdeszene und Conclusio des Luzifer) wird das Priamel in der Luzifer-Rede nochmals aufgegriffen:
welch(er) her eyne(n) daube(n) wecht(er) hat
Vnd ey(n) po(r)tene(r) der da nicht frü vff stat
Vnd ey(n) vngetrue(n) kelne(r)
Dar czv eyne(n) lame(n) leüffe(r)
Vnd eyne(n) koch der da nicht smegkt
Vnd ey(n) knecht d(er) dich vb(er) dy fraue(n) strecht
Vnd mit ir schi(m)pet vnde(r) der wath
Der hat eyne(n) fulku(m)me(n) halbe(n) huß rath
[14v]
Anmerkungen
- ↑ Abkürzungen werden in () aufgelöst; Nachträge werden gekennzeichnet (\von unten/, /von oben\, |von der Seite|); hochgestellte Vokale werden in den Fließtext übernommen; Vereinheitlichung unterschiedlicher s-Formen zu s, Beibehaltung von ß; grundsätzliche Kleinschreibung, Großschreibung nur bei Versmarkierung beibehalten (und ggf. vereinheitlicht); ggf. Einfügen von Zeilenumbrüchen bei Versgrenzen; ӱ → y; ë → e; ẅ → w.
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