Die sieben größten Freuden
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Die sieben größten Freuden; The seven greatest joys | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Erste Hälfte 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Karlsruhe 408, 3rb-5va [1] Prag, Nationalmuseum: Cod. X A 12, 205r-208v [2] |
| Ausgaben | Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 4, S. 295-307 |
| Übersetzungen | Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 5, S. 492-494 |
| Forschung | Altenhöfer, Florian: Die sieben größten Freuden; Coxon, Sebastian: Laughter and Narrative in the Later Middle Ages, S. 133-136; Grunewald, Eckhard: Die Zecher- und Schlemmerliteratur, S. 134; Schneider, Martin: Kampf, Streit und Konkurrenz, S. 50, 52, 54-56, 64-66, 68-70, 72f., 78-81, 83, 235, 237, 259f.; Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter, S. 497 |
Synopse der Überlieferung[1]
| Karlsruhe 408 | Cod. X A 12 |
| Von den acht gesellen die siben frewd der werlt[2] | |
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[3rb] DEn syeten nyema(n)t gar enbirt Wan ein ding zu als wirt Wie wol ez hat sein zeit gewert Wan beßers ku(m)pt ez wirt wnwert Also ist geschehen dem vyrnen wein Hat er mir ye u(er)trieben peyn Vnd er erfrauwet den meinen leip Er smecket mir alz ein altez weip D(er) neuwe recht alz ein junge dyrn Ich frage ny(m)me zu dem vyrn Dez wil ich im vrlaup geben Vnd nygen den vil edeln reben Dye vns gebare den jungen D(er) vil manig snelle zungen Kan krefftiglichen erlernen Er wart nye so wilde er kunde in /ge\zeme(n) Wye vast er sprang Wie hohe er sang Dez habe d(er) liebe most danck D(er) ist vns worden reß vnd gut Wana wana weyblers hut Du macht hewr wol vo(n) note(n) sage(n) Man siehet dich nu vil manige(n) trage(n) D(er) dich tewr hat gekaufft Vnd wirt doch vmb dich wol zu raufft Eberlein hieß die schuwe wol flicke(n) Man acht ir hewr nit vm(b) ein wicken Dan wan eyn(er) weyblers hut gesturczet Vnd sich zu Eberlis schuwe geschurczet So trit er keynen smalen steck Newr zu ym hin in den wage(n)weck Keins stabes begert er yn die hant Mit beyden henden lent er sich an die wa(n)t Lent er sich recht alz ein ju(n)ges kynt Ich we(r) an guten wiczen blynt Wolt ich die wonder alle sagen Dye er an manigem kan bejagen [3va] So wurde die redt eyn teyl zu la(n)g Doch sagen ich euch wie mir gelanck Ich gyng eins tages durch gute(n) mut Vnd wolt auch sturcze(n) weyblers hut Da vant ich siczen ob eyn gluet Syeben verch gesellen gut Dye rieffen mich alle frolich an Nement den wein vix byd(er)man Ich nam den wein vnd tranck Da must ich sund(er) meinen da(n)ck Da bey in beleiben Ich kan nit halp geschriben
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Anmerkungen
- ↑ Transkriptionsrichtlinien: Abkürzungen werden in () aufgelöst; Nachträge werden gekennzeichnet (\von unten/, /von oben\, |von der Seite|); hochgestellte Vokale werden in den Fließtext übernommen, funktionsloses Superskript e wird getilgt; Moderne Unterscheidung von i, j; Vereinheitlichung unterschiedlicher s-Formen zu s, Beibehaltung von ß; grundsätzliche Kleinschreibung, Großschreibung nur bei Versmarkierung beibehalten (und ggf. vereinheitlicht); ggf. Einfügen von Zeilenumbrüchen bei Versgrenzen; ӱ → y; ë → e.
- ↑ Darüber Vormerküberschrift: "vo(n) den acht geselle(n) die siebe(n) freude d(er) w(e)lte".