Die sieben größten Freuden: Unterschied zwischen den Versionen

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(/* Synopse der ÜberlieferungTranskriptionsrichtlinien: Abkürzungen werden in () aufgelöst; Nachträge werden gekennzeichnet (\von unten/, /von oben\, |von der Seite|); hochgestellte Vokale werden in den Fließtext übernommen, funktionsloses Superskript e wird getilgt; Moderne Unterscheidung von i, j; Vereinheitlichung unterschiedlicher s-Formen zu s, Beibehaltung von ß; grundsätzliche Kleinschreibung, Großschreibung nur bei Versmarkierung beibehalten (und ggf. vereinheitlicht); ggf. Einfügen von…)
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<span style="color:#FF0000">S</span>o sie kein freude uff erde(n) hat
<span style="color:#FF0000">S</span>o sie kein freude uff erde(n) hat
<span style="color:#FF0000">D</span>ez mir die mey(n)ste me(n)ge gestat
<span style="color:#FF0000">D</span>ez mir die mey(n)ste me(n)ge gestat
<span style="color:#FF0000">'''D'''E</span>r ander sp(ra)ch eße(n) ist ein freude gut
<span style="color:#FF0000">W</span>er gesahe ye hohen mut
<span style="color:#FF0000">N</span>ewr alleyn vo(n) eßen
<span style="color:#FF0000">D</span>u hast dein freude zu hoch gemeße(n)
<span style="color:#FF0000">M</span>it hulden ich daz sprechen sol
<span style="color:#FF0000">I</span>st eyn(er) d(er) aller besten speise vol
<span style="color:#FF0000">S</span>o sie uff erden mag gesein
<span style="color:#FF0000">D</span>ester g(ro)ßer ist sein peyn
<span style="color:#FF0000">V</span>nd hat er nit zu trincken
<span style="color:#FF0000">A</span>lle freude mußen hyncken
<span style="color:#FF0000">V</span>or d(er) freude mein
<span style="color:#FF0000">I</span>ch mein den wein den wein de(n) wein
<span style="color:#FF0000">D</span>(er) sol mir leyt v(er)treiben
<span style="color:#FF0000">D</span>ye wil ich für die beste(n) schreibe(n)
<span style="color:#FF0000">D</span>u hast dein freude zuhoch gemeße(n)
<span style="color:#FF0000">A</span>n weyn ist alle freude v(er)seßen
<span style="color:#FF0000">'''D'''E</span>r drytt sp(ra)ch ich yße gern
<span style="color:#FF0000">S</span>o mag ich tri(n)cken nit en bern
<span style="color:#FF0000">D</span>och weiß ich ein and(er) freude
<span style="color:#FF0000">M</span>it d(er) ich fur auch alle geude
<span style="color:#FF0000">I</span>ch meyn d(er) sußen my(n)nen spyl
<span style="color:#FF0000">W</span>e(r) mir daz v(er)keren wil
<span style="color:#FF0000">D</span>(er) ist ein fraeß oder ein slunt
<span style="color:#FF0000">D</span>e(m) ist w(m)b kein and(er) freude kunt
<nowiki>[4ra]</nowiki> <span style="color:#FF0000">D</span>an vmb dez buches fulle
<span style="color:#FF0000">E</span>yn schelm vnd ein schulle
<span style="color:#FF0000">M</span>uß er mir y(m)mer sein
<span style="color:#FF0000">W</span>an er dort leit reht alz ein schweyn
<span style="color:#FF0000">V</span>nd ist weins vnd speise vol
<span style="color:#FF0000">W</span>ye mocht de(r) y(m)mer w(er)den wol
<span style="color:#FF0000">M</span>aeß ist zu allen dingen gut
<span style="color:#FF0000">D</span>a von so wil ich meinen mut
<span style="color:#FF0000">V</span>nd alle meine synne
<span style="color:#FF0000">L</span>ygen uff heymlich mynne
<span style="color:#FF0000">R</span>ichten vnd geben
<span style="color:#FF0000">A</span>llen freuden ob sweben
<span style="color:#FF0000">K</span>an ir sußen meinst(er)schafft
<span style="color:#FF0000">W</span>an my(n)ne hat sulche krafft
<span style="color:#FF0000">W</span>em sie angesieget
<span style="color:#FF0000">K</span>eyner freude er uor sie wieget
<span style="color:#FF0000">V</span>nd wer sich dez genyetet hat
<span style="color:#FF0000">I</span>ch weiß daz mir d(er) selbe gestat
<span style="color:#FF0000">W</span>an my(n)ne hat freuden vil
<span style="color:#FF0000">D</span>(er) ich wenig sagen wil
<span style="color:#FF0000">M</span>ynne qwynteret ma(n) mir ersen
<span style="color:#FF0000">V</span>nd syedelt sye mit zersen
<span style="color:#FF0000">V</span>nd bleuwet sie mit hoden gedon
<span style="color:#FF0000">D</span>a kum(m)et alle die werlt von
<span style="color:#FF0000">D</span>ye mynne wil sein gar lieplich gesmucket
<span style="color:#FF0000">V</span>nd gar freu(n)tlich getrucket
<span style="color:#FF0000">M</span>it brust uff brustlein
<span style="color:#FF0000">N</span>abel uff nabellein
<span style="color:#FF0000">B</span>alde geylet vnd vast geiaget
<span style="color:#FF0000">L</span>yeplich kussen vnd wied(er) gehabet
<span style="color:#FF0000">G</span>ehoret d(er) my(n)ne vo(n) recht zu
<span style="color:#FF0000">E</span>yn man d(er) ir recht wil tun
<span style="color:#FF0000">V</span>nd ein iegklicher man
<nowiki>[4rb]</nowiki> <span style="color:#FF0000">T</span>rostlich da nyeden dran
<span style="color:#FF0000">S</span>o wirt ym v(er)golte(n) liep mit freu(n)tschafft
<span style="color:#FF0000">M</span>ynne hat zu mal große krafft
<span style="color:#FF0000">S</span>ye macht zwey in eynikeit gahen
<span style="color:#FF0000">D</span>ye voran ein ander nyt gesahen
<span style="color:#FF0000">W</span>az jung isr vnd ffroelich





Version vom 3. Januar 2026, 19:39 Uhr

Die sieben größten Freuden; The seven greatest joys

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Erste Hälfte 15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Karlsruhe 408, 3rb-5va [1]
Prag, Nationalmuseum: Cod. X A 12, 205r-208v [2]
Ausgaben Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 4, S. 295-307
Übersetzungen Ridder, Klaus/Ziegeler, Hans-Joachim (Hg.): Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Band 5, S. 492-494
Forschung Altenhöfer, Florian: Die sieben größten Freuden; Coxon, Sebastian: Laughter and Narrative in the Later Middle Ages, S. 133-136; Grunewald, Eckhard: Die Zecher- und Schlemmerliteratur, S. 134; Schneider, Martin: Kampf, Streit und Konkurrenz, S. 50, 52, 54-56, 64-66, 68-70, 72f., 78-81, 83, 235, 237, 259f.; Ziegeler, Hans-Joachim: Erzählen im Spätmittelalter, S. 497

Synopse der Überlieferung[1]

Karlsruhe 408 Cod. X A 12
Von den acht gesellen die siben frewd der werlt[2]

[3rb] DEn syeten nyema(n)t gar enbirt Wan ein ding zu als wirt Wie wol ez hat sein zeit gewert Wan beßers ku(m)pt ez wirt wnwert Also ist geschehen dem vyrnen wein Hat er mir ye u(er)trieben peyn Vnd er erfrauwet den meinen leip Er smecket mir alz ein altez weip D(er) neuwe recht alz ein junge dyrn Ich frage ny(m)me zu dem vyrn Dez wil ich im vrlaup geben Vnd nygen den vil edeln reben Dye vns gebare den jungen D(er) vil manig snelle zungen Kan krefftiglichen erlernen Er wart nye so wilde er kunde in /ge\zeme(n) Wye vast er sprang Wie hohe er sang Dez habe d(er) liebe most danck D(er) ist vns worden reß vnd gut Wana wana weyblers hut Du macht hewr wol vo(n) note(n) sage(n) Man siehet dich nu vil manige(n) trage(n) D(er) dich tewr hat gekaufft Vnd wirt doch vmb dich wol zu raufft Eberlein hieß die schuwe wol flicke(n) Man acht ir hewr nit vm(b) ein wicken Dan wan eyn(er) weyblers hut gesturczet Vnd sich zu Eberlis schuwe geschurczet So trit er keynen smalen steck Newr zu ym hin in den wage(n)weck Keins stabes begert er yn die hant Mit beyden henden lent er sich an die wa(n)t Lent er sich recht alz ein ju(n)ges kynt Ich we(r) an guten wiczen blynt Wolt ich die wonder alle sagen Dye er an manigem kan bejagen [3va] So wurde die redt eyn teyl zu la(n)g Doch sagen ich euch wie mir gelanck Ich gyng eins tages durch gute(n) mut Vnd wolt auch sturcze(n) weyblers hut Da vant ich siczen ob eyn gluet Syeben verch gesellen gut Dye rieffen mich alle frolich an Nement den wein vix byd(er)man Ich nam den wein vnd tranck Da must ich sund(er) meinen da(n)ck Da bey in beleiben Ich kan nit halp geschriben Die wond(er)liche weyse vnd wort Dye ich von in sahe vnd hort D(er) eyner wolt kalt d(er) and(er) warm Da wart vil maniger feißter darm Gerost vnd auch manig gesalcze(n) wurst Daz halff kleyn von den durst Sye bieten nit gar lanck Y(m)mer eyn(er) zum and(er)n tri(n)ck ich tra(n)k Sp(ra)ch eyner dem and(er)n zu Der wein hat auch keyn ruwe Da mocht mich nicht betrage(n) Ir eyn(er) begonde den and(er)n frage(n) Waz sein aller beste freude we(r) An der seines herczen gyer Aller meynst lege Vnd die er vor die besten wege DEr erste sp(ra)ch daz han ich schiere gemeße(n) Alz ich euch wol bescheiden kan Wan ich byn aller speyse wan Vnd mich czwynget dez hungers nott [3vb] So er frewet mich kein mundlin rot Noch keyn freude uff erden Ich kan ny(m)mer froelich werden Waz man vor mir synget schallet Dyeweil mein mage in hung(er) wallet So ist alle freude enzwey Eßen hat die besten krey So sie kein freude uff erde(n) hat Dez mir die mey(n)ste me(n)ge gestat DEr ander sp(ra)ch eße(n) ist ein freude gut Wer gesahe ye hohen mut Newr alleyn vo(n) eßen Du hast dein freude zu hoch gemeße(n) Mit hulden ich daz sprechen sol Ist eyn(er) d(er) aller besten speise vol So sie uff erden mag gesein Dester g(ro)ßer ist sein peyn Vnd hat er nit zu trincken Alle freude mußen hyncken Vor d(er) freude mein Ich mein den wein den wein de(n) wein D(er) sol mir leyt v(er)treiben Dye wil ich für die beste(n) schreibe(n) Du hast dein freude zuhoch gemeße(n) An weyn ist alle freude v(er)seßen DEr drytt sp(ra)ch ich yße gern So mag ich tri(n)cken nit en bern Doch weiß ich ein and(er) freude Mit d(er) ich fur auch alle geude Ich meyn d(er) sußen my(n)nen spyl We(r) mir daz v(er)keren wil D(er) ist ein fraeß oder ein slunt De(m) ist w(m)b kein and(er) freude kunt [4ra] Dan vmb dez buches fulle Eyn schelm vnd ein schulle Muß er mir y(m)mer sein Wan er dort leit reht alz ein schweyn Vnd ist weins vnd speise vol Wye mocht de(r) y(m)mer w(er)den wol Maeß ist zu allen dingen gut Da von so wil ich meinen mut Vnd alle meine synne Lygen uff heymlich mynne Richten vnd geben Allen freuden ob sweben Kan ir sußen meinst(er)schafft Wan my(n)ne hat sulche krafft Wem sie angesieget Keyner freude er uor sie wieget Vnd wer sich dez genyetet hat Ich weiß daz mir d(er) selbe gestat Wan my(n)ne hat freuden vil D(er) ich wenig sagen wil Mynne qwynteret ma(n) mir ersen Vnd syedelt sye mit zersen Vnd bleuwet sie mit hoden gedon Da kum(m)et alle die werlt von Dye mynne wil sein gar lieplich gesmucket Vnd gar freu(n)tlich getrucket Mit brust uff brustlein Nabel uff nabellein Balde geylet vnd vast geiaget Lyeplich kussen vnd wied(er) gehabet Gehoret d(er) my(n)ne vo(n) recht zu Eyn man d(er) ir recht wil tun Vnd ein iegklicher man [4rb] Trostlich da nyeden dran So wirt ym v(er)golte(n) liep mit freu(n)tschafft Mynne hat zu mal große krafft Sye macht zwey in eynikeit gahen Dye voran ein ander nyt gesahen Waz jung isr vnd ffroelich



Anmerkungen

  1. Transkriptionsrichtlinien: Abkürzungen werden in () aufgelöst; Nachträge werden gekennzeichnet (\von unten/, /von oben\, |von der Seite|); hochgestellte Vokale werden in den Fließtext übernommen, funktionsloses Superskript e wird getilgt; Moderne Unterscheidung von i, j; Vereinheitlichung unterschiedlicher s-Formen zu s, Beibehaltung von ß; grundsätzliche Kleinschreibung, Großschreibung nur bei Versmarkierung beibehalten (und ggf. vereinheitlicht); ggf. Einfügen von Zeilenumbrüchen bei Versgrenzen; ӱ → y; ë → e.
  2. Darüber Vormerküberschrift: "vo(n) den acht geselle(n) die siebe(n) freude d(er) w(e)lte".